Wie lebt es sich mit der „Bombe“ im Kopf

Ja, über die tickende Bombe im Kopf haben wir schon berichtet, aber , wie lebt es sich damit ???

Wie lebt es sich mit der ständigen Angst, mit der Panik das es JEDERZEIT wieder passieren kann ???

Ist das überhaupt noch ein Leben ? Nein, denn man achtet auf jeden Scheiss, auf jedes kleinste Zeichen. Alles bringt man mit diesem blöden Aneurysma in Verbindung.

Egal ob es lapidare Kopfschmerzen sind, man schnappt sich das Blutdruckmessgerät und achtet peinlich genau darauf das der Wert nicht zu hoch ist. Im Hinterkopf immer , wo sind die Notfallmedis damit auch der Partner bescheid weiss.

Laufen, klingt einfach, ist es aber nicht. Man merkt wie einem nach wenigen Metern die Kräfte schwinden und man Ausschau hält nach Sitzmöglichkeiten um mal ein paar Minuten Pause zu machen. Selbst einkaufen ist da wirklich zu einem Problem geworden.

Ich mein, ich bin hier Mama, Hauptperson in einem 7 Personenhaushalt und eigentlich war es so, das alles mit mir steht und fällt. Aber seit dem 28.01.2016 ist alles anders. Ich bin nur noch ein Schatten meiner selbst. Kaum noch in der Lage zu irgendwas.

Klar, verglichen mit dem Grossteil die ein geplatztes Aneurysma hatten, hab ich echt noch wahnsinnig viel Glück gehabt. Ich kann reden, gehen, mich artikulieren, Spass haben, Auto fahren, essen , trinken usw usw . Aaaaber, meine Leistungsfähigkeit ist am 01.02.2016 in irgendeinem Operationssaal des Vivantes Neukölln verloren gegangen.
Paranoia beschreibt meinen Zustand ganz gut. Wie oben schon beschrieben was wenn Kopfschmerzen anders sind als seit der OP ?

Ständige Dauerbegleiter , Schmerzen, Dauermüdigkeit, Konzentrationsprobleme , gefühltes Alzheimer weil man selbst die kleinsten Kleinigkeiten einfach vergisst.

Mal einfach so einen Artikel lesen geht nicht mehr. Nach oben in den Himmel schauen, nöööööö, dann wirds einem schwindlig. Sonne ???? Sieht sehr toll aus und ist auch Balsam für die Seele. Nur blöd wenn man da lichtempfindlich ist 🙁

Am 8.02. war ich zur MR- Angio. Befunde sind bis heut noch nicht fertig . Durchgesickert ist nur, es gibt minimale Resteinströmungen …. Na tolle Aussage am Tele. Man selbst merkt, wie man immer weniger schafft, kaum noch irgendwas gebacken bekommt, aber Aufklärung Fehlanzeige. Auswertung des MRT´s ist erst am Dienstag. Bis dahin bin ich wahnsinnig vor die Wand gelaufen.

Ein bissel durcheinander und Wirrwarr ohne Ende in dem schon recht angeschlagenen Kopf.

Die Aussicht auf eine erneute OP…. mehr als gruselig die Vorstellung, einem wird der Schädel aufgesägt um da Clips anzubringen. Klar, man möchte endlich wieder leben, richtig Spass haben. Ja, auch Sex ist ein grosses Thema. Es geht bei mir einfach nicht . Die Angst das da noch mehr ist das mir vielleicht das Leben kostet, ist viel grösser. Aber sie zerfrisst einen.

Man, ich bin Mama von 5 Kids und ja, auch Verlobte, Partnerin von einem Mann der sich seit fast 7 Jahren für mich aufopfert. Er bleibt auf der Strecke. Wir bleiben auf der Strecke….

Soviel zum Thema, wie lebt es sich mit einer tickenden Zeitbombe im Kopf ? Zwar vorerst entschärft aber lange nicht ohne Gefahr …