Was kann ein Mensch ertragen?

Was kann ein Mensch ertragen?

Im Himmel vereint….

Es war ein langer Leidensweg….

… ja, sie hat sehr gelitten. Hat schwer gekämpft!

Ich mag nicht auf Einzelheiten eingehen wollen, aber es war ein verdammt langer Leidensweg. Was dieses Mädel durchstehen musste und hat, würde so manchen überfordern.

Krank geworden, aus heiterem Himmel, begab sie sich in ärztliche Obhut. Verbrachte die letzten 1,5 Jahre mehr im Krankenhaus, als zu Haus. Obwohl sie zwei Kinder hat. Es zerriss ihr das Herz, aber sie konnte nichts weiter tun, als zu kämpfen. Und das tat sie… nicht nur für ihre Kinder, Ihren Mann nein auch für ihre Familie. Sie hatte 2012 ihren Papa „plötzlich“ verloren. Die zwei waren ein Herz und eine Seele. Das zu verkraften, überstieg ihre Fähigkeiten. Sie erkrankte an unüberschauberen Krankheiten. Alle haben sie belächelt, keiner wollte das wahre Leiden sehen. Aber sie erkrankte immer mehr. Sie hat alles gegeben, jedes noch so schwere Leid ertragen, sich geopfert. Ihr Mann stets an ihrer Seite “ soweit er es konnte „. Doch letzten Endes hat auch sie verloren. Sie erlag ihren schweren körperlichen Leiden und hinterlässt 2 Kinder, einen wirklich liebenden Mann und eine grosse Verwandschaft. Es gab eine Zeit, in welcher sie belächelt wurde. Ja, sie war krank, aber – sie hat es nicht nach aussen getragen !

Nun ist sie verschieden, nach langer – langer Krankheit und einem wahnsinns Kampf .

Ich weiss, sie ist nicht allein. Denn Ihr Papa hat sie in Empfang genommen. Sie waren immer ein Team…. das setzt sich jetzt in Ewigkeit fort……..

Es fällt mir schwer, Worte zu finden, meiner Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Aber, ich muss das einfach tun. Sie haben es sich verdient! Zwei Menschen so grosser Herzensgüte zu verlieren, ist weit mehr, als nur schlimm. Danke Rolli… danke Elli, Ich werde Euch immer in meinem Herzen tragen.

 

Brief an G.

Brief an G.

Dieser Brief kann stark triggern. 

Dieser Brief wurde mir, mit der Bitte zugesandt, ihn – anonym – zu veröffentlichen. Er klagt an. Ungeschönt und ehrlich zeigt er die perfide Wahrheit eines Kindes, welches die Hölle durchleben musste.

 

Hallo Mutter

Ja Mutter, auch wenn Du wahrscheinlich nicht wirklich weisst, was das ist.

Eine Mutter ist eine Frau die ein Kind, in diesem Fall ja mich, zur Welt gebracht hat. Neben mir natürlich auch noch einige andere. Meine Geschwister.

Normalerweise liebt eine Mutter ihre Kinder. Beschützt sie, versucht ihr bestmöglichstes zu geben, damit dieses Kind wohlbehütet und geliebt aufwachsen kann. So zumindest sollte es sein. Nun, ich frage mich, was daran sooo schwer zu verstehen ist / war ??? Irgendetwas musst Du da wohl gewaltig verwechselt haben. Anders kann ich mir Dein handeln nicht erklären.

Du hast mich vor vielen Jahren auf diese Welt gebracht. Mich fast 9 Monate unter Deinem Herzen getragen. Mich interessiert brennend , was hast Du während dieser Zeit empfunden ? Was hast Du über mich gedacht ? Was hat Dich dazu bewegt, all das was Du getan hast, mir anzutun ? Warum zum Teufel hast Du mich so gehasst ? Wann hat der Hass die Mutterliebe die Du normalerweise empfunden haben solltest, abgelöst ? Schon während der Schwangerschaft oder erst in den Jahren danach ?

Alles Fragen die in mir brennen. und noch viele viele mehr.

Kannst Du mir erklären warum ich heute krank bin ? Krank durch all die Dinge die DU mir angetan hast. War deine Sucht nach Alkohol stärker als das was man eigentlich für sein eigenes Kind empfinden sollte ? Hat Dich das befriedigt, mich so leiden zu sehen ? Mich am Boden liegend , bewusstlos geprügelt , stark blutend durch die anderen Verletzungen die Du und Deine Saufkumpanen mir angetan haben , zu sehen, sollte Dir eigentlich das Herz brechen. Denn KEINE Mutter möchte eigentlich, das ihr Kind leidet. Keine !!!

Warum musstest Du mich für billigen Fusel an andere verkaufen damit ich ihre Lust stille. Warum hast Du das nicht verhindert ? Warum standest Du daneben , hast mich festgehalten, mich angebunden an Tischen, Kellerfenstern oder anderen Dingen damit ich mich nicht wehren oder fliehen konnte ?

Warum hast Du all das zugelassen ??? Warum ? Was habe ich Dir in meinen jungen Jahren bloss getan, das Du mir soviel HAss entgegen brachtest ? Hey, ich war nur ein kleines Mädchen mit roten Haaren das niemandem etwas böses wollte. Ich wollte wie jedes andere Kind normal aufwachsen. Normal, auch wieder so eine Sache… was ist normal ? Für mich war Normalität , fast täglich von Dir geschlagen zu werden, normal war auch das Du mich ständig angebrüllt, mich schikaniert und terrorisiert hast. Ja, all dies war für mich noch normal. Ich wusste ja nicht, das es auch anders geht. Nicht im zarten Alter von 4 Jahren . Aber bereits damals habe ich gesehen, das meine Geschwister anders aufgewachsen sind. Sie mussten sich nicht so behandeln lassen. Sie konntest Du in den Arm nehmen, mit ihnen kuscheln, sie lieb haben. Nur bei mir konntest Du das nicht.

Klar hat mir das anfangs sehr sehr weh getan. Aber das war nichts gegen das was Du Dir dann für mich ausgedacht hast.

Was hast Du für mich empfunden, was hast Du gefühlt wenn Du, ja DU , zugesehen hast was all diese Kerle mit mir gemacht haben ? Was hat Dich dazu animiert mit zu machen , mir irgendwelche Gegenstände wie Kochlöffel oder Handfeger oder Teppichklopfer unten rein zu stecken ? Hat Dich das auf irgendeine Art und Weise befriedigt zu sehen wie ich da liege, weine , leide und blute wie ein Schwein ? Was ging da bei Dir durch deinen benebelten, vom Rausch durchtränkten Kopf ????

Du hast zugesehen wie sie alle über mich drüber sind, mich auf die übelste Art und Weise missbraucht haben. Standest daneben und hast sogar gelacht, sie ermutigt weiter zu machen wenn ich da , halb bewusslos gelegen habe. Hast ihnen gesagt was sie alles mit mir machen können und dürfen. Es gab nichts was sie nicht durften. NICHTS !!! Sie haben auf mich uriniert, ich musste ihre und auch Deine Scheisse von meinem Körper waschen als wäre es Modderpampe vom Hof. Musste meine blutverschmierten Sachen allein am Waschbecken in der Küche waschen während ich dort dreckig und unter starken Schmerzen gestanden und geweint habe.

All dies hat Dich in keinster Weise abgeschreckt. Ganz im Gegenteil. Du hast Dich sogar noch gesteigert. Mich tagelang im Keller angebunden wenn ich versucht habe, dagegen zu sprechen. Wenn ich Dich angefleht , angebettelt habe, mir nicht mehr weh zu tun. Dann musste ich im Keller, allein in der Kälte, in der Nacht, gefesselt am Gitter vom Kellerfenster, ohne was zu essen oder trinken dort unten verharren. Was ging da in deinem versoffenem Hirn ab ? Was ging da in Dir vor, wenn ich selbst im Keller mit verbundenen Augen keine Ruhe vor Euch hatte ???

Glaubst Du, nur weil Du mir die Augen zugebunden hast, das ich nicht weiss, wer da vor mir stand ??? Diese Gerüche, die Sätze, das Gelache von Euch, all dies verfolgt mich noch heute. Ja, noch heute habe ich Angst vor Dir und denen. Noch heute verfolgt mich jedes einzelne mal fast jede NAcht. Wenn ich keine Pillen nehmen würde, dann könnt ich gar nicht schlafen.

Aber über all dies machst Du Dir absolut keine Gedanken mehr, nicht wahr ??? Für Dich ist das schon soo lange her, das Du Dich nach jahrelangem Suff nicht mehr daran erinnern kannst. Deshalb, genau deshalb schreibe ich Dir diesen Brief. Ich will das Du genauso leidest wie ich in den ganzen letzten Jahrzehnten täglich leiden musste und dies auch immer noch.

Mit diesem Brief appeliere ich an das bisschen Resthirn das da eventuell bei Dir noch vorhanden ist. An dein Unterbewusstsein. All dies soll Dich mit einem Schlag treffen. Mit all der Härte, mit all dem Schmerz den ich in all den JAhren mit mir rumtragen musste. Du allein bist schuld daran. DUUUUUUUUU !!!! Ein Schmerz den ich nicht beschreiben kann, den man nicht greifen kann. Es ist, als würden sich tausende Nadeln in dein Herz, Deinen Bauch, deine Eingeweide bohren. Genau den selben Schmerz sollst Du fühlen. Fühlen damit Du ansatzweise eine Ahnung hast, was Du aus mir, Deiner Tochter , Dein eigen Fleisch und Blut gemacht hast !!! Ich kann Dir gern genau erzählen was Du, Dein Ehemann , Dein Bruder, Dein Vater, Deine Suffkumpels , der Bruder meines Vaters mit mir gemacht haben wenn es Dir hilft, Deine Erinnerungen wach zu rütteln. Aber ganz tief in Dir weisst Du das noch. Das zumindest hoffe ich sooo sehr und ich hoffe, das Du jede Nacht diese Bilder mit in den Schlaf nimmst. ich wünschte Dir so sehr, Nacht für Nacht dieselben Bilder, den gleichen tiefen Schmerz, das selbe Gefühl wenn Dir das Blut zwischen den Beinen runter läuft. Ja, genau das und noch viel mehr wünsche ich mir so sehr für Dich damit du merkst, fühlst und spüren musst, was DU mir angetan hast. Was Du aus meiner Kindheit, meinem Leben gemacht hast.

Man, wie oft hab ich mir gewünscht, Du würdest einfach mal „richtig“ zuschlagen oder mich irgendwo liegen lassen bis ich verblutet bin. Wie oft, das kannst Du Dir gar nicht vorstellen weil es jenseits Deiner Vorstellungskraft liegt. Lange Zeit habe ich mich gefraft, warum Du nicht einmal was richtig machen konntest. Es dauerte eine Weile bis ich begriff, das Du mich brauchtest um Deine Sucht nach Alkohol , nach Befriedigung in meinem Leiden und Schmerz zu stillen. Nur die Frage nach dem Warum, die kann ich mir noch immer nicht erklären. ich denke, das werd ich auch nie. Auch wirst Du mir wohl nie eine Antwort darauf geben können / wollen.

Aber weisst Du was ??? Engegen dem was Du damals für mich gewollt hast, ich bin erwachsen, und ja, ich bin auch Mutter, nein, nicht Mutter. ich bin Mama. Eine Mama von 5 bezaubernden Kindern die mir gezeigt haben, das es ein unbeschreiblich schönes Gefühl ist zu lieben. Ja, ich liebe meine Kinder. Sätze die Du wohl nie gesagt hast weil Du gar nicht weisst was das ist. Zu lieben ist toll. Lachende Kinderaugen , die mich täglich anblicken zeigen mir, wie lohnenswert es ist, zu kämpfen gegen das was Du aus meinem Leben machen wolltest.

Ja, wie du ja weisst, war ich diejenige die damals zum Jugendamt gegangen ist und gesagt hat, ich halte das zu HAuse nicht mehr aus. zu Hause, was ist das ???

Ich hatte Glück das Du mich so oft krankenhausreif geschlagen hast, denn so haben sie mich ernst genommen. Über all die anderen Sachen konnte und durfte ich zum Schutz meiner Geschwister nicht reden. Ja, sie konnten nichts dafür und ich wollte das sie leben und ihnen nichts passiert. Heute weissich, ich hätte nur was sagen müssen, Du hättest ihnen nichts getan denn das hast Du ja in all den Jahren davor auch nicht. Aber, ich war damals, als ich das beendet habe, fast 12 Jahre alt. ICh weiss noch wie heute.. der 28.11.1986 … als das Jugendamt vor der Tür stand um uns abzuholen wie Du mich angeschaut hast. Dieser Hass in Deinen Augen, unbeschreiblich. Auch damals hast Du mir noch gedroht, wehe wenn ich was sage…

Als Du in den Knast musstest, wegen schwerer Kindesmisshandlung und Körperverletzung was ich so happy, das kannst Du Dir nicht einmal ansatzweise vorstellen. Deine Briefe, mit den ganzen gemalten Bildern, die hättest Du Dir schenken können, denn zu diesem Zeitpunkt warst Du auch vorm Gesetz nicht mehr meine Mutter. Was für eine Erleichterung.

Sag Bescheid, wenn Du Erinnerungen brauchst, ich helfe Dir da gern ein wenig auf die Sprünge. Ich schreibe Dir in allen Einzelheiten wie ich auf dem abgenutzen braunen Esstisch in der Küche die Beine breit machen musste und Du die Geldscheine in deine HAnd gehalten und gelacht hast. Ich erzähle Dir auch gern jede Kleinigkeit wenn mich Jürgen mit dem Auto von der Schule abgeholt hat und wir dann im Wald „Pause“ machten um ihm zu zeigen das ich ihn ja ganz doll lieb hab. Ich esse heute noch keine Bockwurst ungeschnitten weil ich immer noch weiss wie sich das im Mund anfühlt. Welcher ekelhafte GEschmack sich im Mund breit macht neben dem vom erbrochenen. Jede einzelne klitzekleine Einzelheit kann ich Dir beschreiben wenn Du möchtest. Keine Ahnung wieviele male das war, aber unzählige waren es auf jeden Fall.

Du sollst den Schmerz, den Ekel, die Wut, die Trauer, den Geruch, den Geschmack… all dies sollst Du auch spüren, ja fühlen mit all deinen Sinnen um zu verstehen warum ich heute wegen Dir krank bin.

Ich hasse Dich, ich verachte Dich , Du kleines dreckiges Stück Individuum.

Deine Tochter , die absolut nichts mit Dir gemein hat und nichts als schlechtes von Dir in Erinnerung hat. Du bist KEINE MUTTER… DU bist NICHTS !!!

ADHS eine neue Volkskrankheit?

ADHS eine neue Volkskrankheit?

Ich lese viel über das Thema ADHS in einschlägigen, sozialen Netzwerken und muss doch feststellen, das viele Kommentare da sehr negativ ausfallen. Negativ in der Form, wo bestritten wird, das es ADHS überhaupt geben soll. Ja es heisst sogar, das ADHS eine reine Erfindung der Pharmaindustrie sei. Verstehen kann ich diese Argumentation so überhaupt nicht. Ich bin 1970 geboren, eine Zeit, in welcher dieses (und andere Themen) noch garnicht existierten. Zu jener Zeit gab es auch verhaltensauffällige Kinder und Erwachsene, ganz klar. Nur wurden jene damals in ganz andere Kategorien eingestuft.

  • sozial auffällige Erwachsene,
  • schwer erziehbare Kinder.

Beide Gruppen wurden unterschiedlich eingestuft und dementsprechend „behandelt“. Psychologisch eher weniger, da man bei den Verhaltensstörungen von anderen Diagnosen sprach. Wo heutzutage Ergo-Therapien, Verhaltenstherapien und dergleichen angeboten wwerden, gab es damals nur ….

  • psychiatrische Klinik,
  • Heim für schwer erziehbare Kinder.

Nun bleibt (zum Glück) die Forschung nicht stehen. So wurde über die Zeit entdeckt, das ADHS eine Krankheit ist. Den Betroffenen fehlen die Botenstoffe (Neurotransmitter) Dopamin und Noradrenalin.

Aber ich möchte hier nicht auf wissenschaftliche Erläuterungen zurückgreifen, sondern die Dinge aus meiner Sich darlegen. Es gibt nachgewiesen, viele Faktoren für ADHS. Es ist ein komplexes Geflecht. Sehr viel habe ich mich belesen und, bedingt durch unsere Kinder, mich mit diesem Thema beschäftigt. Ich bin nun seit fas 7 Jahren mit dieser Thematik konfrontiert und sehe die Dinge ein wenig differenzierter, als Nichtbetroffene. Auch ich dachte Anfangs, alles Humbuk. Über den Lauf der Zeit jedoch, wurde ich eines Besseren belehrt.

Es gibt ADHS, das ist Fakt. Nur gibt es auch Unterschiede zwischen Erwachsenen und Kindern mit dieser Krankheit. So gehen Erwachsene ganz anders mit ADHS um, als es Kinder könnten. Und sind wir doch froh, das ADHS jetzt auch behandelt wird.Ja sicher, Medikamente sind da ein anderes Thema, klar. Ob nun pro & contra Medikamente, möchte ich hier nicht in erster Linie behandeln. Da hat jeder seine eigene Meinung und das ist auch gut so. Wichtig ist, wie ich finde, das sich viel mehr Menschen über dises Thema informieren sollten. Das hilft vor Allem, Missverständnisse zu vermeiden und hilft den Betroffenen, ein etwas geregelteres Leben zu führen.

Was sagtIhr dazu? Schreibt uns Eure Meinungen und Errfahrungen.

 

 

Mama, wer oder was ist das ?

Mama, wer oder was ist das ?

Ja, es ist schon manchmal traurig. Traurig zu beobachten, wie Kinder teils mit ihren Eltern umspringen. Antiautoritäre Erziehung ist hier wohl eines der Schlüsselwörter. In der heutigen Zeit ist es doch so, das wir „Eltern“ immer mehr an Boden verlieren, je älter unsere „kleinen“ werden, oder? Wo führt das alles denn noch hin? Sicher gibt es auch Familien, bei denen dieses Konzept sehr gut funktioniert, jedoch denke ich, das dies wohl eher das untere Drittel der Statistik belegen dürfte. Und, oder es sind Familien mit einem bis 2 Kindern. Bei Großfamilien denke ich, sieht die Welt da ganz anders aus.

Quelle: Thinkstock by Getty-Images

Quelle: Thinkstock by Getty-Images

Respekt und Achtung, Fremdwörter?

Für uns 70er Generation waren Respekt und Achtung, vor und für die Eltern, noch heilig. Die Mama, oder gar den Papa in Frage stellen, war für uns undenkbar. Wir haben unsere Eltern noch geachtet, in jeder Hinsicht. Auch, wenn es mal nicht so „optimal“ gelaufen ist. Wir haben es nicht gewagt, zu widersprechen. Heute hingegen schlägt einem teilweise eine Welle entgegen, über welche man kaum noch surfen kann. Beschimpfungen hier, Drohungen da, Respektlosigkeit in allen Massen. Vollkommen unerheblich, aus welch Situation es entstehen mag, reisst es uns Eltern doch den Boden unter den Füssen weg. Aber, wie darauf adäquat reagieren? Ich weiss, früher hat es dann geknallt, klarer Fall. Heutzutage darf man ja seien „lieben Kleinen“ nicht einmal mehr mit Hausarrest drohen, da kommt postwendend „Freiheitsberaubung“ aus dem kleinen Munde. Wird man energischer und die „Kleinen“ merken das, heisst es :“ Schlag mich und ich zeige Dich an!“ Situationen, welche beinahe an der Tagesordnung sind. Die Kinder haben das Zepter in der Hand und das spielen sie auch gnadenlos aus. Gesellschaftlich wird das aber eher totgeschwiegen, da man ja als antiautoritär erziehende Eltern, nach Aussen, alles im Griff hat.

Hilfe von Aussen holen !

 

Quelle: Gerd Altmann / Pixelio

Quelle: Gerd Altmann / Pixelio

Ist die wohl geltende Prämisse heutigen Tags. Es gibt sie ja zu Hauf, die familiären Hilfen. Es gibt Beratungsstellen, das Jugendamt, soziale Einrichtungen für jeden nur erdenklichen Konflikt. Klar, schnell gesagt und, notfalls auch organisiert. Doch wer schon einmal derart „Hilfe“ in Anspruch nehmen wollte, weiss, wie schwer es teilweise ist. Nicht selten rennt man gegen geschlossene Türen mit seinen Problemen. Beim Jugendamt stösst man eigentlich fast generell auf Abwehr, denn — kostet ja alles Geld. Es ist oft mit mehreren Anläufen verbunden, bevor einem überhaupt mal zugehört wird. Und wenn, dann ist es noch lange nicht sicher, das einem auch geholfen wird. Als Eltern steht man oft vor der Frage, was ist bloss mit dem Kind, oder den Kindern los? Allein steht man diesem Dilemma in der Regel eher machtlos gegenüber.

Jedoch selbst mit Hilfe, entschärft sich die Situation kaum. Auch Helfer stossen da an ihre Grenzen und müssen ebenso hilflos zusehen. Wie also soll man da entgegen wirken, wenn schon Helfer nicht helfen können?

Wut, Gewalt, Zerstörung, Verachtung.

Wehe, es geht nicht sofort nach dem Willen der Kleinen, dann ist der Teufel los. Es wird kein Nein akzeptiert, absolut nicht. Wenn man versucht, zu erklären, warum man nun gerade eben dieses nicht möchte, oder erlaubt, wird man:

  • beschimpft,
  • beleidigt,
  • angeschrien,
  • mit Dingen beworfen,
  • Türen werden geknallt,
  • Einrichtungen mutwillig zerstört und vieles mehr.

Ganz schlimm wird es, wenn einem der Tod gewünscht wird. Das trifft dann noch am allerhärtesten. Auch wird die Hand gegen die Eltern erhoben, wohl wissend, das eine eventuelle Gegenwehr ja als Kindesmisshandlung ausgelegt werden würde. Das teils hämische Grinsen dabei, schürt die Machtlosigkeit der Eltern.

Liebe, Liebe und noch mehr Liebe.

Man versucht die Schuld automatisch auf sich zu projizieren. Wir sind ja erwachsen und müssen da über den Dingen stehen, oder? So versucht man auch eher Verständnis für das Kind, als für sich selbst aufzubringen. Man entgegnet also mit Liebe und Verständnis. Das ist jedoch meist eine Lüge. Man ist verletzt, gekränkt und ja, nicht selten auch sehr wütend. Nicht, weil das Kind gerade wütend ist, nein eher wegen der unglaublichen Respektlosigkeit einem gegenüber. Man hat das Gefühl, man sei kein Papa, oder eine Mama…. nein eher Erzeuger und Ernährer, den man behandeln kann, wie einem beliebt. Und gerade da ist doch irgendwann jede Kraft aufgebraucht. Man verfällt in eine Art Lethargie, einem tranceähnlichen Dämmerzustand und lässt es einfach nur noch geschehen. Irgendwann beruhigt sich die Situation schon.

Wenn dieses über Jahre hinweg passiert, wird es problematisch. Das Kind vergisst diese Entgleisungen und meint, das dass ja alles normal sei. Nun soll man dann plötzlich Liebe zeigen und geben? Ziemlich schwer. Nicht weniger einfach ist es auch, wenn das Kind plötzlich in den Arm genommen werden will, wo einem doch eben noch der Tod gewünscht wurde. Innere Ohnmacht, kann man es benennen. Doch warum ist das Kind so?

  • mangelnde Impulskontrolle?
  • erhöhte Aggressionsbereitschaft?
  • psychische Störung?

ADHS, ADS, ASS, Depressionen ?

Jokerbomber Pixelio

                                    Jokerbomber Pixelio

Sicher ist man stets bemüht, dem Kind zu helfen. So beginnt ein wahrer Marathon für die Eltern auf der Suche nach Ursachen. Beginnend meist mit dem Sozialpädiatrischen Dienst (SPZ), über Kinder und Jugendpsychiater, Kinder und Jugendpsychiatrischen Dienst (KJPD), bis hin zur klinischen Kinder und Jugendpsychiartrie, Ambulanten Autismuszentren etc. Termine, Termine, Termine…. und wofür ? , dafür, das man dann letzten Endes als Eltern die Schuld bekommt. Stets ist das Verhalten der Eltern Ursache dafür, es liegt beinah nie an anderen Faktoren.

Schnell wird ADHS und sonstiges diagnostiziert und medikamentös behandelt. Doch ist das nicht selten nur gering helfend. Das eigentliche Problem wird nicht behandelt. Die absolute Respektlosigkeit gegenüber den Erwachsenen. Zu unserer Zeit war das ja alles noch gar nicht im Gespräch. Wir kannten damals „Heime“ auch für „schwer erziehbare Kinder“, oder? Es soll jetzt hier kein falsches Bild aufkommen, aber ist es denn wirklich alles „krankheitsbedingt“ ? Oder ist es eher unsere Gesellschaft, die „neuen“ Medien, das mangelnde soziale Umfeld und so weiter, was unsere Kinder so ausflippen lässt? Ist es denn wirklich unser Versagen als Eltern, oder liegen die Dinge doch anders? Haben wir zu wenig Zeit? Werden in Kita´s und Schulen zu wenig moralische Werte gelehrt? Oder kommen unsere Kinder gar durch unsere Multikulti Gesellschaft durcheinander?  Fragen über Fragen, welche sich bestimmt schon so mancher Papa und manche Mama gestellt haben werden.