Brief an G.

Brief an G.

Dieser Brief kann stark triggern. 

Dieser Brief wurde mir, mit der Bitte zugesandt, ihn – anonym – zu veröffentlichen. Er klagt an. Ungeschönt und ehrlich zeigt er die perfide Wahrheit eines Kindes, welches die Hölle durchleben musste.

 

Hallo Mutter

Ja Mutter, auch wenn Du wahrscheinlich nicht wirklich weisst, was das ist.

Eine Mutter ist eine Frau die ein Kind, in diesem Fall ja mich, zur Welt gebracht hat. Neben mir natürlich auch noch einige andere. Meine Geschwister.

Normalerweise liebt eine Mutter ihre Kinder. Beschützt sie, versucht ihr bestmöglichstes zu geben, damit dieses Kind wohlbehütet und geliebt aufwachsen kann. So zumindest sollte es sein. Nun, ich frage mich, was daran sooo schwer zu verstehen ist / war ??? Irgendetwas musst Du da wohl gewaltig verwechselt haben. Anders kann ich mir Dein handeln nicht erklären.

Du hast mich vor vielen Jahren auf diese Welt gebracht. Mich fast 9 Monate unter Deinem Herzen getragen. Mich interessiert brennend , was hast Du während dieser Zeit empfunden ? Was hast Du über mich gedacht ? Was hat Dich dazu bewegt, all das was Du getan hast, mir anzutun ? Warum zum Teufel hast Du mich so gehasst ? Wann hat der Hass die Mutterliebe die Du normalerweise empfunden haben solltest, abgelöst ? Schon während der Schwangerschaft oder erst in den Jahren danach ?

Alles Fragen die in mir brennen. und noch viele viele mehr.

Kannst Du mir erklären warum ich heute krank bin ? Krank durch all die Dinge die DU mir angetan hast. War deine Sucht nach Alkohol stärker als das was man eigentlich für sein eigenes Kind empfinden sollte ? Hat Dich das befriedigt, mich so leiden zu sehen ? Mich am Boden liegend , bewusstlos geprügelt , stark blutend durch die anderen Verletzungen die Du und Deine Saufkumpanen mir angetan haben , zu sehen, sollte Dir eigentlich das Herz brechen. Denn KEINE Mutter möchte eigentlich, das ihr Kind leidet. Keine !!!

Warum musstest Du mich für billigen Fusel an andere verkaufen damit ich ihre Lust stille. Warum hast Du das nicht verhindert ? Warum standest Du daneben , hast mich festgehalten, mich angebunden an Tischen, Kellerfenstern oder anderen Dingen damit ich mich nicht wehren oder fliehen konnte ?

Warum hast Du all das zugelassen ??? Warum ? Was habe ich Dir in meinen jungen Jahren bloss getan, das Du mir soviel HAss entgegen brachtest ? Hey, ich war nur ein kleines Mädchen mit roten Haaren das niemandem etwas böses wollte. Ich wollte wie jedes andere Kind normal aufwachsen. Normal, auch wieder so eine Sache… was ist normal ? Für mich war Normalität , fast täglich von Dir geschlagen zu werden, normal war auch das Du mich ständig angebrüllt, mich schikaniert und terrorisiert hast. Ja, all dies war für mich noch normal. Ich wusste ja nicht, das es auch anders geht. Nicht im zarten Alter von 4 Jahren . Aber bereits damals habe ich gesehen, das meine Geschwister anders aufgewachsen sind. Sie mussten sich nicht so behandeln lassen. Sie konntest Du in den Arm nehmen, mit ihnen kuscheln, sie lieb haben. Nur bei mir konntest Du das nicht.

Klar hat mir das anfangs sehr sehr weh getan. Aber das war nichts gegen das was Du Dir dann für mich ausgedacht hast.

Was hast Du für mich empfunden, was hast Du gefühlt wenn Du, ja DU , zugesehen hast was all diese Kerle mit mir gemacht haben ? Was hat Dich dazu animiert mit zu machen , mir irgendwelche Gegenstände wie Kochlöffel oder Handfeger oder Teppichklopfer unten rein zu stecken ? Hat Dich das auf irgendeine Art und Weise befriedigt zu sehen wie ich da liege, weine , leide und blute wie ein Schwein ? Was ging da bei Dir durch deinen benebelten, vom Rausch durchtränkten Kopf ????

Du hast zugesehen wie sie alle über mich drüber sind, mich auf die übelste Art und Weise missbraucht haben. Standest daneben und hast sogar gelacht, sie ermutigt weiter zu machen wenn ich da , halb bewusslos gelegen habe. Hast ihnen gesagt was sie alles mit mir machen können und dürfen. Es gab nichts was sie nicht durften. NICHTS !!! Sie haben auf mich uriniert, ich musste ihre und auch Deine Scheisse von meinem Körper waschen als wäre es Modderpampe vom Hof. Musste meine blutverschmierten Sachen allein am Waschbecken in der Küche waschen während ich dort dreckig und unter starken Schmerzen gestanden und geweint habe.

All dies hat Dich in keinster Weise abgeschreckt. Ganz im Gegenteil. Du hast Dich sogar noch gesteigert. Mich tagelang im Keller angebunden wenn ich versucht habe, dagegen zu sprechen. Wenn ich Dich angefleht , angebettelt habe, mir nicht mehr weh zu tun. Dann musste ich im Keller, allein in der Kälte, in der Nacht, gefesselt am Gitter vom Kellerfenster, ohne was zu essen oder trinken dort unten verharren. Was ging da in deinem versoffenem Hirn ab ? Was ging da in Dir vor, wenn ich selbst im Keller mit verbundenen Augen keine Ruhe vor Euch hatte ???

Glaubst Du, nur weil Du mir die Augen zugebunden hast, das ich nicht weiss, wer da vor mir stand ??? Diese Gerüche, die Sätze, das Gelache von Euch, all dies verfolgt mich noch heute. Ja, noch heute habe ich Angst vor Dir und denen. Noch heute verfolgt mich jedes einzelne mal fast jede NAcht. Wenn ich keine Pillen nehmen würde, dann könnt ich gar nicht schlafen.

Aber über all dies machst Du Dir absolut keine Gedanken mehr, nicht wahr ??? Für Dich ist das schon soo lange her, das Du Dich nach jahrelangem Suff nicht mehr daran erinnern kannst. Deshalb, genau deshalb schreibe ich Dir diesen Brief. Ich will das Du genauso leidest wie ich in den ganzen letzten Jahrzehnten täglich leiden musste und dies auch immer noch.

Mit diesem Brief appeliere ich an das bisschen Resthirn das da eventuell bei Dir noch vorhanden ist. An dein Unterbewusstsein. All dies soll Dich mit einem Schlag treffen. Mit all der Härte, mit all dem Schmerz den ich in all den JAhren mit mir rumtragen musste. Du allein bist schuld daran. DUUUUUUUUU !!!! Ein Schmerz den ich nicht beschreiben kann, den man nicht greifen kann. Es ist, als würden sich tausende Nadeln in dein Herz, Deinen Bauch, deine Eingeweide bohren. Genau den selben Schmerz sollst Du fühlen. Fühlen damit Du ansatzweise eine Ahnung hast, was Du aus mir, Deiner Tochter , Dein eigen Fleisch und Blut gemacht hast !!! Ich kann Dir gern genau erzählen was Du, Dein Ehemann , Dein Bruder, Dein Vater, Deine Suffkumpels , der Bruder meines Vaters mit mir gemacht haben wenn es Dir hilft, Deine Erinnerungen wach zu rütteln. Aber ganz tief in Dir weisst Du das noch. Das zumindest hoffe ich sooo sehr und ich hoffe, das Du jede Nacht diese Bilder mit in den Schlaf nimmst. ich wünschte Dir so sehr, Nacht für Nacht dieselben Bilder, den gleichen tiefen Schmerz, das selbe Gefühl wenn Dir das Blut zwischen den Beinen runter läuft. Ja, genau das und noch viel mehr wünsche ich mir so sehr für Dich damit du merkst, fühlst und spüren musst, was DU mir angetan hast. Was Du aus meiner Kindheit, meinem Leben gemacht hast.

Man, wie oft hab ich mir gewünscht, Du würdest einfach mal „richtig“ zuschlagen oder mich irgendwo liegen lassen bis ich verblutet bin. Wie oft, das kannst Du Dir gar nicht vorstellen weil es jenseits Deiner Vorstellungskraft liegt. Lange Zeit habe ich mich gefraft, warum Du nicht einmal was richtig machen konntest. Es dauerte eine Weile bis ich begriff, das Du mich brauchtest um Deine Sucht nach Alkohol , nach Befriedigung in meinem Leiden und Schmerz zu stillen. Nur die Frage nach dem Warum, die kann ich mir noch immer nicht erklären. ich denke, das werd ich auch nie. Auch wirst Du mir wohl nie eine Antwort darauf geben können / wollen.

Aber weisst Du was ??? Engegen dem was Du damals für mich gewollt hast, ich bin erwachsen, und ja, ich bin auch Mutter, nein, nicht Mutter. ich bin Mama. Eine Mama von 5 bezaubernden Kindern die mir gezeigt haben, das es ein unbeschreiblich schönes Gefühl ist zu lieben. Ja, ich liebe meine Kinder. Sätze die Du wohl nie gesagt hast weil Du gar nicht weisst was das ist. Zu lieben ist toll. Lachende Kinderaugen , die mich täglich anblicken zeigen mir, wie lohnenswert es ist, zu kämpfen gegen das was Du aus meinem Leben machen wolltest.

Ja, wie du ja weisst, war ich diejenige die damals zum Jugendamt gegangen ist und gesagt hat, ich halte das zu HAuse nicht mehr aus. zu Hause, was ist das ???

Ich hatte Glück das Du mich so oft krankenhausreif geschlagen hast, denn so haben sie mich ernst genommen. Über all die anderen Sachen konnte und durfte ich zum Schutz meiner Geschwister nicht reden. Ja, sie konnten nichts dafür und ich wollte das sie leben und ihnen nichts passiert. Heute weissich, ich hätte nur was sagen müssen, Du hättest ihnen nichts getan denn das hast Du ja in all den Jahren davor auch nicht. Aber, ich war damals, als ich das beendet habe, fast 12 Jahre alt. ICh weiss noch wie heute.. der 28.11.1986 … als das Jugendamt vor der Tür stand um uns abzuholen wie Du mich angeschaut hast. Dieser Hass in Deinen Augen, unbeschreiblich. Auch damals hast Du mir noch gedroht, wehe wenn ich was sage…

Als Du in den Knast musstest, wegen schwerer Kindesmisshandlung und Körperverletzung was ich so happy, das kannst Du Dir nicht einmal ansatzweise vorstellen. Deine Briefe, mit den ganzen gemalten Bildern, die hättest Du Dir schenken können, denn zu diesem Zeitpunkt warst Du auch vorm Gesetz nicht mehr meine Mutter. Was für eine Erleichterung.

Sag Bescheid, wenn Du Erinnerungen brauchst, ich helfe Dir da gern ein wenig auf die Sprünge. Ich schreibe Dir in allen Einzelheiten wie ich auf dem abgenutzen braunen Esstisch in der Küche die Beine breit machen musste und Du die Geldscheine in deine HAnd gehalten und gelacht hast. Ich erzähle Dir auch gern jede Kleinigkeit wenn mich Jürgen mit dem Auto von der Schule abgeholt hat und wir dann im Wald „Pause“ machten um ihm zu zeigen das ich ihn ja ganz doll lieb hab. Ich esse heute noch keine Bockwurst ungeschnitten weil ich immer noch weiss wie sich das im Mund anfühlt. Welcher ekelhafte GEschmack sich im Mund breit macht neben dem vom erbrochenen. Jede einzelne klitzekleine Einzelheit kann ich Dir beschreiben wenn Du möchtest. Keine Ahnung wieviele male das war, aber unzählige waren es auf jeden Fall.

Du sollst den Schmerz, den Ekel, die Wut, die Trauer, den Geruch, den Geschmack… all dies sollst Du auch spüren, ja fühlen mit all deinen Sinnen um zu verstehen warum ich heute wegen Dir krank bin.

Ich hasse Dich, ich verachte Dich , Du kleines dreckiges Stück Individuum.

Deine Tochter , die absolut nichts mit Dir gemein hat und nichts als schlechtes von Dir in Erinnerung hat. Du bist KEINE MUTTER… DU bist NICHTS !!!