Mama, wer oder was ist das ?

Mama, wer oder was ist das ?

Ja, es ist schon manchmal traurig. Traurig zu beobachten, wie Kinder teils mit ihren Eltern umspringen. Antiautoritäre Erziehung ist hier wohl eines der Schlüsselwörter. In der heutigen Zeit ist es doch so, das wir „Eltern“ immer mehr an Boden verlieren, je älter unsere „kleinen“ werden, oder? Wo führt das alles denn noch hin? Sicher gibt es auch Familien, bei denen dieses Konzept sehr gut funktioniert, jedoch denke ich, das dies wohl eher das untere Drittel der Statistik belegen dürfte. Und, oder es sind Familien mit einem bis 2 Kindern. Bei Großfamilien denke ich, sieht die Welt da ganz anders aus.

Quelle: Thinkstock by Getty-Images

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Respekt und Achtung, Fremdwörter?

Für uns 70er Generation waren Respekt und Achtung, vor und für die Eltern, noch heilig. Die Mama, oder gar den Papa in Frage stellen, war für uns undenkbar. Wir haben unsere Eltern noch geachtet, in jeder Hinsicht. Auch, wenn es mal nicht so „optimal“ gelaufen ist. Wir haben es nicht gewagt, zu widersprechen. Heute hingegen schlägt einem teilweise eine Welle entgegen, über welche man kaum noch surfen kann. Beschimpfungen hier, Drohungen da, Respektlosigkeit in allen Massen. Vollkommen unerheblich, aus welch Situation es entstehen mag, reisst es uns Eltern doch den Boden unter den Füssen weg. Aber, wie darauf adäquat reagieren? Ich weiss, früher hat es dann geknallt, klarer Fall. Heutzutage darf man ja seien „lieben Kleinen“ nicht einmal mehr mit Hausarrest drohen, da kommt postwendend „Freiheitsberaubung“ aus dem kleinen Munde. Wird man energischer und die „Kleinen“ merken das, heisst es :“ Schlag mich und ich zeige Dich an!“ Situationen, welche beinahe an der Tagesordnung sind. Die Kinder haben das Zepter in der Hand und das spielen sie auch gnadenlos aus. Gesellschaftlich wird das aber eher totgeschwiegen, da man ja als antiautoritär erziehende Eltern, nach Aussen, alles im Griff hat.

Hilfe von Aussen holen !

 

Quelle: Gerd Altmann / Pixelio

Quelle: Gerd Altmann / Pixelio

Ist die wohl geltende Prämisse heutigen Tags. Es gibt sie ja zu Hauf, die familiären Hilfen. Es gibt Beratungsstellen, das Jugendamt, soziale Einrichtungen für jeden nur erdenklichen Konflikt. Klar, schnell gesagt und, notfalls auch organisiert. Doch wer schon einmal derart „Hilfe“ in Anspruch nehmen wollte, weiss, wie schwer es teilweise ist. Nicht selten rennt man gegen geschlossene Türen mit seinen Problemen. Beim Jugendamt stösst man eigentlich fast generell auf Abwehr, denn — kostet ja alles Geld. Es ist oft mit mehreren Anläufen verbunden, bevor einem überhaupt mal zugehört wird. Und wenn, dann ist es noch lange nicht sicher, das einem auch geholfen wird. Als Eltern steht man oft vor der Frage, was ist bloss mit dem Kind, oder den Kindern los? Allein steht man diesem Dilemma in der Regel eher machtlos gegenüber.

Jedoch selbst mit Hilfe, entschärft sich die Situation kaum. Auch Helfer stossen da an ihre Grenzen und müssen ebenso hilflos zusehen. Wie also soll man da entgegen wirken, wenn schon Helfer nicht helfen können?

Wut, Gewalt, Zerstörung, Verachtung.

Wehe, es geht nicht sofort nach dem Willen der Kleinen, dann ist der Teufel los. Es wird kein Nein akzeptiert, absolut nicht. Wenn man versucht, zu erklären, warum man nun gerade eben dieses nicht möchte, oder erlaubt, wird man:

  • beschimpft,
  • beleidigt,
  • angeschrien,
  • mit Dingen beworfen,
  • Türen werden geknallt,
  • Einrichtungen mutwillig zerstört und vieles mehr.

Ganz schlimm wird es, wenn einem der Tod gewünscht wird. Das trifft dann noch am allerhärtesten. Auch wird die Hand gegen die Eltern erhoben, wohl wissend, das eine eventuelle Gegenwehr ja als Kindesmisshandlung ausgelegt werden würde. Das teils hämische Grinsen dabei, schürt die Machtlosigkeit der Eltern.

Liebe, Liebe und noch mehr Liebe.

Man versucht die Schuld automatisch auf sich zu projizieren. Wir sind ja erwachsen und müssen da über den Dingen stehen, oder? So versucht man auch eher Verständnis für das Kind, als für sich selbst aufzubringen. Man entgegnet also mit Liebe und Verständnis. Das ist jedoch meist eine Lüge. Man ist verletzt, gekränkt und ja, nicht selten auch sehr wütend. Nicht, weil das Kind gerade wütend ist, nein eher wegen der unglaublichen Respektlosigkeit einem gegenüber. Man hat das Gefühl, man sei kein Papa, oder eine Mama…. nein eher Erzeuger und Ernährer, den man behandeln kann, wie einem beliebt. Und gerade da ist doch irgendwann jede Kraft aufgebraucht. Man verfällt in eine Art Lethargie, einem tranceähnlichen Dämmerzustand und lässt es einfach nur noch geschehen. Irgendwann beruhigt sich die Situation schon.

Wenn dieses über Jahre hinweg passiert, wird es problematisch. Das Kind vergisst diese Entgleisungen und meint, das dass ja alles normal sei. Nun soll man dann plötzlich Liebe zeigen und geben? Ziemlich schwer. Nicht weniger einfach ist es auch, wenn das Kind plötzlich in den Arm genommen werden will, wo einem doch eben noch der Tod gewünscht wurde. Innere Ohnmacht, kann man es benennen. Doch warum ist das Kind so?

  • mangelnde Impulskontrolle?
  • erhöhte Aggressionsbereitschaft?
  • psychische Störung?

ADHS, ADS, ASS, Depressionen ?

Jokerbomber Pixelio

                                    Jokerbomber Pixelio

Sicher ist man stets bemüht, dem Kind zu helfen. So beginnt ein wahrer Marathon für die Eltern auf der Suche nach Ursachen. Beginnend meist mit dem Sozialpädiatrischen Dienst (SPZ), über Kinder und Jugendpsychiater, Kinder und Jugendpsychiatrischen Dienst (KJPD), bis hin zur klinischen Kinder und Jugendpsychiartrie, Ambulanten Autismuszentren etc. Termine, Termine, Termine…. und wofür ? , dafür, das man dann letzten Endes als Eltern die Schuld bekommt. Stets ist das Verhalten der Eltern Ursache dafür, es liegt beinah nie an anderen Faktoren.

Schnell wird ADHS und sonstiges diagnostiziert und medikamentös behandelt. Doch ist das nicht selten nur gering helfend. Das eigentliche Problem wird nicht behandelt. Die absolute Respektlosigkeit gegenüber den Erwachsenen. Zu unserer Zeit war das ja alles noch gar nicht im Gespräch. Wir kannten damals „Heime“ auch für „schwer erziehbare Kinder“, oder? Es soll jetzt hier kein falsches Bild aufkommen, aber ist es denn wirklich alles „krankheitsbedingt“ ? Oder ist es eher unsere Gesellschaft, die „neuen“ Medien, das mangelnde soziale Umfeld und so weiter, was unsere Kinder so ausflippen lässt? Ist es denn wirklich unser Versagen als Eltern, oder liegen die Dinge doch anders? Haben wir zu wenig Zeit? Werden in Kita´s und Schulen zu wenig moralische Werte gelehrt? Oder kommen unsere Kinder gar durch unsere Multikulti Gesellschaft durcheinander?  Fragen über Fragen, welche sich bestimmt schon so mancher Papa und manche Mama gestellt haben werden.